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Mögliche Folgen der Diabeteserkrankung

Folgeerkrankungen sind kein Schicksal

Eine gute Nachricht vorweg: Folgeerkrankungen sind kein zwangsläufiges Schicksal jedes Diabetikers. Vielmehr hat der Einzelne einen erheblichen Einfluss auf einen günstigen Verlauf der Krankheit. Voraussetzung ist zunächst die möglichst frühzeitige Erkennung. Denn sind die Blutzuckerwerte über einen längeren Zeitraum deutlich erhöht, können bereits erste Folgeschäden spürbar in Erscheinung treten. Besonders häufig ist das beim Typ-2 Diabetes der Fall, da dieser oft jahrelang unerkannt bleibt. Bei länger bestehenden zu hohen Blutzuckerwerten bezeichnet man den Diabetes auch als „schlecht eingestellt“. Aber auch hier gibt es eine gute Nachricht: Viele Folgeerkrankungen können, wenn sie rechtzeitig erkannt werden, durch eine konsequente Behandlung und eine damit verbesserte Blutzuckereinstellung gestoppt oder zumindest verzögert werden.

 

Vorsicht vor Folgeerkrankungen des Diabetes

Die Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus treten bei allen Diabetesformen gleichermaßen auf. Längerfristig erhöhte Blutzuckerwerte verursachen Schäden an den großen und kleinen Blutgefäßen. Durch deren Verengung oder gar Verschluss können sich zum Teil verheerende Folgekrankheiten entwickeln.

  • Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems stellen die häufigste Todesursache bei Diabetikern dar. Das Herzinfarktrisiko ist bei Menschen mit Diabetes deutlich erhöht.
  • Eine folgenschwere Spur kann die Diabeteserkrankung auch an den Augen hinterlassen: Die krankhafte Veränderung der Netzhaut infolge einer schlechten Blutzuckereinstellung wird als Diabetische Retinopathie bezeichnet. Sie gilt immer noch als die häufigste Ursache für eine Erblindung von Menschen in Industrienationen.
  • Auch die Nierenfunktion kann durch die Diabeteserkrankung in Mitleidenschaft gezogen werden (Diabetische Nephropathie). Ohne konsequente Behandlung droht ein Nierenversagen und damit die lebenslange Abhängigkeit von der Dialyse (Blutwäsche). So leiden mehr als die Hälfte der Dialysepatienten in Deutschland an dieser Diabetischen Nephropathie. Und – hat die Niere einmal versagt, ist dies nicht mehr rückgängig zu machen. Als letzte Hoffnung bleibt dann nur noch eine Nieren-Transplantation.
  • Weiterhin sind Menschen mit Diabetes oft von Schäden des gesamten Nervensystems des Körpers betroffen, der sog. Diabetischen Neuropathie, die jeder dritte Diabetiker im Laufe der Zeit entwickelt. Anzeichen dieser Nervenschädigung sind bspw. Fehlempfindungen (vermindertes Schmerz- und Temperaturempfinden), Kribbeln, Taubheit, brennende Schmerzen. Besonders häufig und problematisch sind diese Nervenschädigungen im Bereich der Füße. Hier werden kleine und bedingt durch den Diabetes schlecht heilende Verletzungen durch die Taubheit oft nicht gespürt, und Erreger können ungestört eindringen und sich ausbreiten („Diabetischer Fuß“). Daher sollten alle Diabetiker ihren Füßen besondere Aufmerksamkeit widmen und regelmäßig Fußpflege betreiben. Die Folgen der Missachtung sind gravierend: Das Risiko für eine Amputation an den Füßen ist bei Diabetikern bis zu 50-fach erhöht.

Redaktion: my-diabetes.de
Medizinische Fachredaktion und Lektorat: Amelie Knauss (Ärztin)
Letzte Aktualisierung: Juli 2011

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