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Die Diabetesbehandlung heute

Gut leben mit Diabetes – dank moderner Behandlungsmethoden

Wieder eine gute Nachricht vorweg: Menschen mit Diabetes mellitus können ein weitgehend normales Leben führen. Voraussetzungen sind aber die konsequente Behandlung und die aktive Teilnahme des Patienten am Behandlungsgeschehen. Dies gilt sowohl für den Typ-2 Diabetiker wie auch beim (insulinabhängigen) Typ-1. Der Erhalt der Lebensqualität der Betroffenen ist dank steter Fortschritte in Medizin und Technik heute kein Wunschdenken mehr.

Zentrales Ziel der Behandlung ist die Normalisierung des Blutzuckerspiegels. Nur so können die Symptome beherrscht und die Entwicklung von Folgeerkrankungen verhindert oder hinausgezögert werden. Wenn bereits Folgeschäden entstanden sind, können diese durch eine Behandlung zumindest eingedämmt werden.

 

Unterschiedliche Behandlung je nach Diabetesform

Ebenso wie die Ursachen, unterscheiden sich auch die Therapiemaßnahmen bei den verschiedenen Diabetesformen:

Grundlagen der Therapie der häufigsten Diabetesform, dem Typ-2, sind:

  • Gewichtsreduktion
  • Regelmäßige Bewegung
  • Gesunde, ausgewogene und diabetesgerechte Ernährung

 

Änderung des Lebensstils als Grundpfeiler der Behandlung bei Diabetes Typ-2

Diese (theoretisch) leicht umzusetzende Änderung des Lebensstils führt in vielen Fällen zu einer guten Blutzuckereinstellung – ganz ohne Tabletten oder Spritzen. Denn bereits zehn Prozent weniger Körpergewicht auf der Waage entlastent den Zuckerstoffwechsel ganz wesentlich, die Sensibilität für Insulin nimmt wieder zu, und nebenbei kommt es auch noch zu einer Verbesserung von Blutfetten und Blutdruckwerten. Regelmäßige körperliche Bewegung steigert eigenständig die Glucoseaufnahme in den Muskel und senkt damit bereits unabhängig von der Gewichtsabnahme den Blutzuckerspiegel. Außerdem führt körperliche Aktivität zu einer verbesserten Durchblutung- ein wichtiger Faktor zur Vorbeugung von Folgeerkrankungen- sowie zu gesteigertem körperlichen und seelischen Wohlbefinden.

 

Medikamente helfen, den Blutzucker im Normbereich zu halten

Doch auch wenn es gelingt, das Blutzuckerniveau durch einen gesunden, aktiven Lebensstil weitgehend normal zu halten, kann für Menschen mit Typ-2 Diabetes irgendwann der Zeitpunkt kommen, an dem diese Maßnahmen nicht mehr ausreichen. Dann müssen blutzuckersenkende Medikamente (Tabletten) und/oder sogar eine Insulintherapie (Spritzen) helfen.

 

Keine Alternative zur Insulinbehandlung beim Diabetes Typ-1

Im Gegensatz dazu besteht die Behandlung des Typ-1 Diabetes bereits von Anfang an im Ersatz des fehlenden Insulins („insulinabhängiger Diabetes“). Patienten müssen sich das Insulin, das von ihrer Bauchspeicheldrüse nicht mehr oder nicht mehr ausreichend produziert wird, regelmäßig zuführen. Die Insulingabe erfolgt dabei durch mehrmals tägliche Injektionen ins Unterhautfettgewebe mit Hilfe von Spritzen oder sog. „Pens“, meist in Bauch oder Oberschenkel. Ein Pen ist ein modernes Hilfsgerät in der Insulintherapie, eine Art Spritze von der Form eines großen Kugelschreibers, mit dessen Hilfe sich Insulin sehr einfach dosieren und spritzen lässt. Dank der winzigen Nadeln ist so die Injektion fast schmerzlos und wenig aufwendig – auch ein Beitrag zum Erhalt der Lebensqualität bei Diabetes mellitus.

 

Blutzuckerselbstkontrolle – sekundenschnell Bescheid wissen

Um die Blutzuckereinstellung eigenverantwortlich in den Griff zu bekommen, müssen Diabetespatienten ihre Blutzuckerwerte selbständig kontrollieren können. Für diese Blutzuckerselbstmessung gibt es heute eine Vielzahl von modernen Messgeräten, die den Glukosegehalt eines Bluttropfens in Sekundenschnelle anzeigen. Für die Gewinnung dieses Bluttropfens gibt es sog. Stechhilfen, häufig in der Form eines Kugelschreibers, die eine einfache und nahezu schmerzfreie Blutentnahme erlauben. Diese Stechhilfen werden mit austauschbaren Lanzetten bestückt, die den kleinen Stich (meist in die Fingerkuppe oder „Fingerbeere“) auf Knopfdruck durchführen.

 

Schulung der Diabetes-Patienten als wichtige Grundlage

Aufgrund der hohen Selbstverantwortung der Betroffenen am Behandlungserfolg ist die Vermittlung von Wissen über die Erkrankung in Schulungen eine wichtige Grundlage einer guten Diabetes-Therapie. Daher bieten inzwischen fast alle Schwerpunktpraxen, einige Hausärzte oder spezialisierte Kliniken Patientenschulungen an. Im my-diabetes Online-Kurs können Betroffene und Angehörige nun erstmals wertvolles Profi-Knowhow jederzeit von zuhause aus erlernen – leicht verständlich, spielerisch, unterhaltsam und ganz nach eigenem Zeitplan.

 

Schwangerschaftsdiabetes ernst nehmen, um Komplikationen bei Kind und Mutter zu vermeiden

Auch der Schwangerschaftsdiabetes muss behandelt werden, um Komplikationen beim Kind und bei der Mutter zu vermeiden. Bei den meisten Frauen genügen eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung, um die Blutzuckerwerte zu normalisieren. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, muss Insulin gespritzt werden. Eine Tablettentherapie während der Schwangerschaft ist in Deutschland nicht zugelassen, da unklar ist, ob die Medikamente das heranwachsende Kind gefährden können. Der Schwangerschaftsdiabetes muss unbedingt behandelt werden, da er zu Entwicklungsstörungen, Fehlbildungen oder gar zum Tod des ungeborenen Kindes führen kann.

Redaktion: my-diabetes.de
Medizinische Fachredaktion und Lektorat: Amelie Knauss (Ärztin)
Letzte Aktualisierung: Juli 2011

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